Gewissenhafte Zahnpflege

Gewissenhafte ZahnpflegeAuch ernährungsphysiologisch erwünschte Lebensmittel wie zum Beispiel Obst, Milch- und Getreideprodukte oder Kartoffeln enthalten vergärbare Kohlenhydrate. Deshalb sollten regelmäßig nach den Mahlzeiten, mindestens jedoch zweimal täglich, die Zähne geputzt werden.

Wie lange geputzt werden soll, ist von individuellen Faktoren abhängig. Das können zwei aber auch fünf Minuten sein. Auch die Härte der Zahnbürste ist nach individuellem Empfinden zu wählen, harte Zahnbürsten reinigen besser, sind aber auch etwas aggressiver zum Zahnfleisch. Für Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch oder anfangs auch für Kinder eignen sich daher weiche Zahnbürsten besser. Bei der Zahnpflege gerne vergessen werden die Zahnzwischenräume. Hier können sich Speisereste aber besonders hartnäckig anlagern und Approximalkaries begünstigen, also Karies an den Berührungsflächen beieinanderstehender Zähne. Dem kann man aber mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen, sogenannten Interdentalbürsten, gut entgegenwirken.

Aber egal, welche Art von Zahnbürste man nun benutzt, es kommt auf die richtige Putzsystematik an. Für Kinder eignet sich besonders die KAI-Systematik - das heißt Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen. Dabei werden diese Bereiche nacheinander in kreisenden Bewegungen geputzt. Experten empfehlen diese Systematik, weil sie einfach zu lernen und außerdem an die Motorik von Kindern angepasst ist.

Jugendliche und Erwachsene sollten jedoch die fortgeschrittene BASS-Systematik anwenden. Hier wird die Bürste schräg am Übergang vom Zahn zum Zahnfleisch angesetzt. Mit leichten Rüttelbewegungen werden Beläge gelöst und von „Rot nach Weiß“, also vom Zahnfleisch zum Zahn, ausgewischt. Diese Art des Zähneputzens entfernt Beläge effektiver und verhindert außerdem, dass Bakterien unter das Zahnfleisch geschoben werden und dort Entzündungen auslösen. Häufig wird die BASS-Systematik aber nicht richtig angewendet und endet in einer Schrubb-Bewegung, die nicht besonders gut reinigt und den Zähnen sogar schadet. Dann ist es besser, die sogenannte Fegesystematik, also das Abwischen der Zähne von Rot nach Weiß anzuwenden.

Heutzutage werden Menschen deutlich älter. Erfreulicherweise hat sich aber auch die Mundgesundheit verbessert, sodass die Zahl der Totalprothesenträger über 65 Jahren stark zurückgegangen ist. Bei der Pflege reifer Zähne gilt es allerdings einige Dinge zu beachten, um sie stark und gesund zu erhalten. So kommt es vor, dass gerade im höheren Alter die für eine gründliche Zahnpflege nötige Sehkraft und Geschicklichkeit nachlässt. In diesem Fall empfiehlt sich eine Zahnbürste mit breitem Griff oder eine elektrische Zahnbürste. Diese lassen sich meist leichter handhaben als herkömmliche Zahnbürsten. Interdentalbürsten stellen mit ihrem für Stabilität sorgenden Griff einen Ersatz zur Zahnseide dar.

Senioren sollten sich wie jeder Erwachsene auch auf jeden Fall regelmäßig einer zahnärztlichen Untersuchung unterziehen, damit Zahnprobleme wie Parodontitis, welche im Alter häufig vorkommt, und Karies frühzeitig entdeckt werden.

Was für echte Zähne gilt, gilt in gewisser Weise auch für Prothesen. Sie müssen täglich gründlich gereinigt werden um Bakterienbefall vorzubeugen.

Gewissenhafte Zahnpflege bei Kindern

Kinder

Empfehlungen für die Zahnpflege bei Kindern

Kinder sollten bereits im Kindegarten lernen, dass für gesunde Zähne nicht nur das Zähneputzen wichtig ist, sondern auch die Ernährung und die Aufnahme von Fluoriden, sowie die regelmäßigen Zahnarztbesuche. Denn von der richtigen Zahnpflegeerziehung hängt oft ab, wie gesund die Zähne im Erwachsenenalter sind.

Vor dem 6. Lebensmonat ist aus zahnärztlicher Sicht keine Fluoridzufuhr bzw. -anwendung notwendig. Erst wenn die ersten Milchzähnchen durchgebrochen sind, sollten Eltern diese einmal täglich mit einem dünnen Film (Tubenabstrich) fluoridhaltiger Kinderzahnpasta putzen (Fluoridgehalt bis 500 ppm). Darüber hinaus soll nach Expertenmeinung ein zweites Mal mit einer fluoridfreien Zahnpasta geputzt werden. Die Zahnpasta sollte einen frischen Geschmack haben.


Ab dem zweiten Geburtstag wird empfohlen, die Milchzähne zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge Kinderzahnpasta unter entsprechender Hilfestellung und Kontrolle durch die Eltern zu reinigen. Empfehlenswert ist zusätzlich im Kindergarten die Zähne zu putzen. Als einfach zu lernende Zahnputztechnik eignet sich für Kinder besonders die KAI-Technik. Hier werden Kau-, Außen- und Innenflächen in kreisenden Bewegungen geputzt. Bis zu einem Alter von etwa acht Jahren müssen die Eltern das Zähneputzen überwachen und gegebenenfalls nachputzen. Als Zusatzmaßnahme bietet es sich nun auch an fluoridiertes Speisesalz im Haushalt zu verwenden. Die enthaltenen Fluoride wirken bereits im Mund und schützen so bereits während dem Essen vor Karies. Wenn das Kind, aufgrund eines vom Zahnarzt diagnostizierten hohen Kariesrisikos, Fluoridtabletten einnimmt, sollte jedoch kein Fluoridsalz zusätzlich verwendet werden.

Der Zahnwechsel beginnt, wenn die unteren Milchschneidezähne ausfallen und den bleibenden Zähnen Platz machen. Etwa zur gleichen Zeit brechen die ersten bleibenden Backenzähne durch – oft unbemerkt. Jetzt ist es wichtig, eine Zahnpasta mit höherem Fluoridgehalt zu verwenden. Juniorzahnpasten enthalten ebenso viel Fluorid wie Erwachsenenzahncremes (maximal 1500 ppm). Sie haben jedoch einen milderen Geschmack.

Zur Vorbeugung von Karies eignen sich außerdem Zahnputzschulen für Kinder, professionelle Zahnreinigungen sowie die so genannte Fissurenversiegelung. Sie dient dazu, kariesgefährdete Kinder zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr vor Kariesbefall an den Zahn-Fissuren der Backenzähne zu bewahren. In solche Vertiefungen oder auch Grübchen und Nischen gelangt die Zahnbürste nur teilweise oder gar nicht. Bakterien können ungestört wachsen und sich vermehren. „Versiegelt“ der Zahnarzt, so reinigt er die noch gesunden Zähne und schließt die Fissuren mit dünn fließendem Kunststoff ab. So schützt er die Zähne vor Zahnbelag und Bakterienwachstum.

Gewissenhafte Zahnpflege bei Jugendlichen und Erwachsenen

Jugendliche und Erwachsene

Zahnpflege-Empfehlungen für Jugendliche und Erwachsene

Ab Schulbeginn, also meist zum Durchbruch der ersten bleibenden Zähne, sollten Kinder ihre Zähne mit Erwachsenenzahnpaste putzen - sie enthält 1.000 bis 1.500 ppm Fluorid. Alternativ kann auch eine Juniorzahncreme benutzt werden. Diese enthält genauso viel Fluorid wie eine normale Zahnpaste, schmeckt aber etwas milder.

Etwa ab dem zehnten Lebensjahr sollten Kinder die BASS-Systematik erlernen. Dabei wird die Bürste schräg am Übergang vom Zahn zum Zahnfleisch angesetzt. Mit leichten Rüttelbewegungen werden die Beläge gelöst und von „Rot nach Weiß“ ausgewischt. Diese Methode entfernt Plaque effektiver und sicherer und verhindert, dass Bakterien beim Putzen unter das Zahnfleisch geschoben werden und dort eine Entzündung auslösen. Die BASS-Systematik sollte bis ins Alter beibehalten werden. Häufig wird sie aber nicht richtig angewendet und endet in einer Schrubb-Bewegung, die nicht besonders gut reinigt und den Zähnen sogar schadet. Dann ist es besser, die sogenannte Fegesystematik, also das Abwischen der Zähne von Rot nach Weiß anzuwenden.


Gleiches gilt auch für die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz, das in Deutschland als Jodsalz mit Fluorid im Handel ist. Es sollte lebenslang im Haushalt als Regelsalz verwendet werden. So kommt es den Zähnen mehrmals täglich zugute und gewährleistet einen guten Dauerschutz.

Kariesprophylaxe ist lebenslang notwendig, so lange eigene Zähne vorhanden sind. Dazu gehören auch Kronen. Viele vernachlässigen die Zahnhygiene im Glauben, dass der Zahn durch die Krone komplett vor Karies geschützt ist. Das ist aber ein, mitunter schwerwiegender, Irrtum. Eine prothetische Krone dient dazu, die natürliche Zahnkrone zu ersetzen. In ihrem Inneren befindet sich aber noch ein Stück natürlicher Zahn. Der Zahnkronenrand bietet deshalb eine Angriffsstelle für Bakterien. Hier geht die Krone am Zahnfleischrand in die normalerweise nicht sichtbare natürliche Zahnwurzel über. Setzten sich Bakterien nun am Kronenrand fest, kann dort auch Karies entstehen, die nach einiger Zeit ins Innere wandert und dort den verbleibenden natürlichen Zahn zerstört. Bei einer solchen Karies muss die komplette Krone entfernt werden. Erst dann lässt sich das Ausmaß der Schädigung einschätzen. Ist die Karies noch nicht sehr weit fortgeschritten, besteht die Chance, den Zahn wiederherzustellen. Ist allerdings bereits die Wurzel befallen kann der Zahn meist nur noch entfernt werden.

Karies im Inneren der Krone wird auch durch eine nicht richtig sitzende Krone begünstig. Ist sie nicht dicht oder sitzt zu locker, können Bakterien leicht eindringen. Die Erkrankung bleibt jedoch meist unbemerkt, da die Krone von außen immer noch schön aussieht und bei wurzelbehandelten Zähnen keine Schmerzen auftreten.

Um der Karies vorzubeugen gelten auch hier die gleichen Regeln wie für normale Zähne: Fluoridhaltige Zahncremes und fluoridiertes Speisesalz verwenden, regelmäßig zum Zahnarzt gehen und auf eine gesunde Ernährung achten.

Zahnpflege-Empfehlungen für Senioren

Senioren

Zahnpflege-Empfehlungen für Senioren

Die Menschen werden heute sehr viel älter als früher. Erfreulicher Weise hat sich die Mundgesundheit der über 65-Jährigen in den letzten Jahren ebenfalls deutlich verbessert. Die Anzahl der Totalprothesenträger ist deutlich gesunken und die eigenen Zähne bleiben länger und zahlreicher erhalten. Für viele Senioren sind gesunde Zähne Ausdruck von Selbstbewusstsein und einer hohen Lebensqualität. Damit die eigenen Zähne aber möglichst lange erhalten bleiben, bedarf es guter und andauernder Zahnpflege.


Mit zunehmendem Alter lässt die Immunabwehr nach. So haben Bakterien, die für Zahnhalskaries und Parodontitis verantwortlich sind, ein leichtes Spiel. Gerade in schwer zugänglichen Bereichen wie Brücken, Kronen sowie den Zahnzwischenräumen kann Karies bestens gedeihen. Unbehandelt kann das zum Verlust des Zahns führen. Diese Entzündung des Zahnhalteapparats, die Parodontitis, ist noch heimtückischer, da sie nur in den seltensten Fällen zu Schmerzen führt und so unbemerkt zu Zahnverlust führen kann.

Aber nicht nur die Mundgesundheit ist durch die Entzündung beeinträchtigt. Die Bakterien können auch in andere Organe wandern und zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes verschlimmern. Eine gründliche Zahnpflege ist somit von großer Wichtigkeit.

Aber gerade im höheren Alter lassen häufig Sehkraft und Geschicklichkeit nach. Eine Zahnbürste mit breitem Griff oder eine elektrische Zahnbürste lassen sich oft leichter handhaben als eine herkömmliche Handzahnbürste. Als Alternative zur Zahnseide können sogenannte Interdentalbürsten benutzt werden.

Der Ablauf der Zahnpflege bei reifen Zähnen unterscheidet sich hingegen nicht von der im jüngeren Alter. Zweimal täglich Zähneputzen und die anschließende Säuberung der Zahnzwischenräume durch Zahnseide oder Interdentalbürsten sollten selbstverständlich sein, ebenso wie die regelmäßigen Zahnarztbesuche.

Den größten Schutz erhalten die Zähne jedoch durch Fluoride. Diese kommen zwar in einigen Lebensmitteln vor, aber aufgrund der geringen Anteile reicht eine Fluoridaufnahme rein über die Nahrung und Trinkwasser nicht aus. Deshalb sollten den Zähnen zusätzlich Fluoride zugeführt werden – durch die Anwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta und das Kochen mit fluoridiertem Speisesalz. Die Fluoride im Salz wirken bereits im Mund an den Zähnen durch den direkten Kontakt mit der Zahnoberfläche. Es erhöht die Fluoridkonzentration im Speichel bis zu einer halben Stunde und schützt so schon beim Essen vor Karies. Im Hinblick auf das erhöhte Zahnhals- und Wurzelkariesrisiko können eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung und die Anwendung von hochkonzentrierten Fluoridgelen das Kariesrisiko verringern.